Die Initiatoren des Inklusionsprojekts (v.l.n.r.) Holger Jegminat, Malte Wicht, Natascha Gutierrez, Christina Knapp, Ann-Katrin Wicht, Ralf Moser sowie die Mitglieder der Geschäftsleitung der Schiffszimmerer-Genossenschaft Norman Motl (Zweiter von links) und Schiffszimmerer-Vorstand Thomas Speeth (Dritter von links). Alle haben sich schon nach dem ersten Treffen blendend miteinander verstanden und die Dachterrasse auf dem Verwaltungsgebäude der Schiffszimmerer-Genossenschaft sichtlich genossen.
Ein Zuhause, in dem Gebärdensprache verbindet
Unser Quartier Rübenkamp in Ohlsdorf wird noch vielfältiger. Im zehnten Bauabschnitt sollen aus heutiger Sicht bis Ende 2029 zwei bis drei Mehrfamilienhäuser mit maximal 60 Wohneinheiten im Böckelweg entstehen. Bis zu 25 Wohnungen unterschiedlicher Größen sollen so zugeschnitten und ausgestattet werden, dass in dem Gebäude Gehörlose, hörende Kinder gehörloser Eltern (so genannte „Codas“, was für „Child of deaf adults“ steht) und Gebärdensprachnutzer in einer Gemeinschaft unter einem Dach zusammenleben können. Ziel ist es, ein lebendiges, von Gemeinschaft geprägtes Miteinander zu schaffen, in dem Barrieren gar nicht erst entstehen können.
Diesem Leitbild hat sich die Initiative GEBDA (Gebärdensprache-DACH) verschrieben. Sie möchte auf dem Areal eine Gemeinschaft fördern, die von gegenseitigem Interesse und wechselseitiger Unterstützung geprägt ist. Vorstellbar sei es, auf den Gemeinschaftsflächen im Quartier ein Gebärden-Café einzurichten, um generationsübergreifende Fördermöglichkeiten und Begegnungen mit einer neuen Kommunikationsform zu schaffen.
Ein Miteinander, das vom Mitmachen lebt
Diese Vision soll im Quartier Rübenkamp Gestalt annehmen. Die Schiffszimmerer-Genossenschaft hat mit den Initiatoren der Organisation eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Es gibt bereits Personen aus dem Umfeld der GEBDA, die sich in 15 Wohnparteien aufteilen ließen und gerne nach Ohlsdorf in ein solches Wohnprojekt ziehen würden. Darunter sind Alleinstehende, Paare und Familien mit ein oder zwei Kindern. Entsprechend vielfältig werden die Grundrisse der Wohneinheiten ausfallen. Noch steht nicht fest, ob und in welchem Verhältnis auch öffentlich geförderte Wohnungen Bestandteil des Bauvorhabens sein werden. Damit Gebärdensprache im Alltag unkompliziert genutzt werden kann, werden besondere Anforderungen bereits bei der Planung berücksichtigt. Dazu gehören beispielsweise Lichtsignale statt ausschließlich akustischer Türklingeln, Video-Gegensprechanlagen mit hochauflösenden Bildschirmen sowie möglichst offene Grundrisse mit freien Sichtachsen. So können sich die Bewohnerinnen und Bewohner auch über größere Entfernungen innerhalb ihrer Wohnungen in Gebärdensprache verständigen.
Um die gebärdensprachliche Gemeinschaft langfristig zu stärken, ist vorgesehen, freiwerdende Wohnungen innerhalb der ersten 15 Jahre erneut an Menschen zu vergeben, die Gebärdensprache nutzen.
Vielleicht ist hier Ihr neues Zuhause?
Für rund zehn Wohnungen suchen wir noch gehörlose oder hörende Mitglieder unserer Genossenschaft, die Gebärdensprache beherrschen und Lust haben, Teil dieser neuen Hausgemeinschaft zu werden.
Sie können sich vorstellen, im Böckelweg zu wohnen, Ihre Nachbarinnen und Nachbarn kennenzulernen und das gemeinschaftliche Leben mitzugestalten? Dann freuen wir uns sehr über Ihr Interesse!
Auch wenn Sie nicht selbst einziehen möchten, können Sie das Projekt unterstützen. Wir freuen uns ebenso über Mitglieder, die sich ehrenamtlich engagieren und dazu beitragen möchten, dass aus der Idee eine lebendige Gemeinschaft wird.
Haben wir Ihr Interesse geweckt?
Dann schreiben Sie uns gerne an redaktionschiffszimmerer.de. Wir stellen den Kontakt zu den Projektverantwortlichen her und freuen uns darauf, von Ihnen zu hören!
Foto: Schiffszimmerer-Genossenschaft